Rotes Telefon für KI: USA und China richten Hotline für Zwischenfälle ein
Eine Art Rotes Telefon für KI: Die USA und China wollen einen direkten Kommunikationskanal für Zwischenfälle mit Künstlicher Intelligenz einrichten. Darüber hinaus vereinbarten beide Länder beim Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington einen "US-chinesischen Dialog über Superintelligenz". In ihm wollten sich beide Seiten über Chancen und Risiken der Technologie austauschen, erklärte das Weiße Haus am Freitag (Ortszeit).
Das chinesische Staatsfernsehen bestätigte die Einrichtung der KI-Hotline. Die beiden Länder reagierten damit auf internationale Forderungen nach einem engeren Austausch. Unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres hatte die USA und China zu einem Dialog über die Zukunft der Technologie aufgerufen. Er verwies dabei auf Kommunikationskanäle zwischen Washington und Moskau während des Kalten Krieges - die als Rotes Telefon bekannt wurden.
In der Erklärung den Weißen Hauses hieß es, beide Seiten würden den Begriff "Superintelligenz" anstelle von Künstlicher Intelligenz nutzen. US-Präsident Donald Trump schon am Dienstag bei der UN-Generaldebatte von "Superintelligenz" gesprochen. "Superintelligenz" klinge "viel besser" und sei angesichts der großen Chancen durch die Technologie "viel passender", sagte Trump. Zugleich wandte er sich gegen internationale Regeln zur Kontrolle der Technologie.
Vor dem Treffen hatte der US-Präsident erklärt, KI werde "ein großes Diskussionsthema sein, aber ich möchte, dass alles genau so bleibt, wie es ist." Das sei auch die Position Pekings, fügte er hinzu. Chinas Präsident Xi Jinping hatte hingegen gesagt, die USA und China hätten "die Verantwortung, KI zum Wohle der Allgemeinheit zu entwickeln und zu verwalten und dafür zu sorgen, dass ihre Entwicklung stets unter menschlicher Kontrolle bleibt".
Das Weiße Haus teilte am Freitag außerdem mit, dass China bei dem Besuch zugestimmt habe, in den Jahren 2027 und 2028 mindestens zehn Millionen Tonnen Kohle aus den USA zu importieren. Zudem hätten sich beide Seiten auf bessere Zollbedingungen für "nicht-sensible" Waren geeinigt. Der Erklärung zufolge soll zudem ein US-Zoo zwei Pandas aus China bekommen.
Trump hatte den dreitägigen Staatsbesuch seines chinesischen Amtskollegen zuvor als erfolgreich bewertet. Das Treffen sei "sehr positiv für beide Länder gewesen", sagte er vor Journalisten. Trump und Xi bestätigten, sich beim Apec-Gipfel im chinesischen Shenzen im November sowie beim G20-Gipfel im Dezember in Miami wiedertreffen zu wollen.
Laut Trump kamen bei dem Treffen auch Berichte zur Sprache, nach denen China den Iran im Krieg mit den USA mit Geheimdienstinformationen versorge. Auf die Frage, ob er Fortschritte bei den Verhandlungen über eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus erwarte, antwortete Trump: "Das werden wir sehr gut hinbekommen".
(A.Thompson--TAG)