Frankreichs Regierung verzichtet auf verpflichtendes Einwegpfand
Mit einem landesweiten Pfand auf Plastikflaschen wird es in Frankreich nichts: Nach heftigen Protesten ruderte die Regierung zurück und erklärte am Freitag, den Kommunen keine Pfandpflicht auf Einwegflaschen aufzuerlegen. Nach offiziellen Angaben lag die Recyclingquote für Plastikflaschen in Frankreich 2024 bei 58 Prozent, deutlich hinter dem erklärten Ziel von 90 Prozent.
"Die Regierung entscheidet sich für einen regionalen Ansatz", erklärte das Umweltministerium am Freitag. Es werde keine landesweite Pfandpflicht geben. Die Pläne hatten Proteste der Kommunen ausgelöst. Auch Umweltverbände kritisierten das Vorhaben und forderten stattdessen ein Pfandsystem für wiederverwertbare Flaschen.
Kritiker verwiesen auch auf das deutsche System: "Dort sieht man deutlich, dass das Pfandsystem mit einer Zunahme der Kunststoffproduktion einhergeht", sagte Corentin Duprey, Vorsitzender eines Verbands für Abfallwirtschaft im Großraum Paris. Viele Kommunen argumentierten auch, dass sie in Sortieranlagen investiert hätten, um den Plastikmüll auszusortieren.
In Frankreich werden Plastikverpackungen bislang zusammen mit Verpackungen aus Papier oder Metall gemeinsam entsorgt.
(O.Robinson--TAG)