Trump-Regierung droht mit Abriss des Kennedy Center in Washington
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat mit dem Abriss des Kulturzentrums Kennedy Center in Washington gedroht, sollten die Umbaupläne vor Gericht keinen Bestand haben. Ohne Trumps Hilfe werde das Gebäude "weiter verfallen und sich in eine unsichere, heruntergekommene Struktur verwandeln, die abgerissen werden muss", schrieb der Anwalt des US-Justizministeriums, Brantley Mayers, in einer Eingabe.
Das Gelände könnte nach Mayers' Angaben dann für eine Art Freiluft-Amphitheater mit Blick auf den Potomac-Fluss genutzt werden. Das werde zwar dem ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy nicht gerecht, zu dessen Ehren das Kulturzentrum 1971 eröffnet wurde. Allerdings sei das Amphitheater günstiger zu bauen und zu unterhalten als das jetzige Gebäude, hieß es in dem Dokument.
Die Abrissdrohung ist die jüngste Eskalation im Streit um das Kulturzentrum. Trump hatte der renommierten Einrichtung eine links-"woke" Haltung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt. Zudem ließ der US-Präsident seinen Namen vor dem Kennedys an der Fassade des Zentrums anbringen. Das führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen.
Nachdem ein Bundesgericht verfügt hatte, Trumps Name müsse von der Fassade wieder verschwinden, beschloss der Verwaltungsrat kürzlich laut Mediengerichten das Gegenteil. Die geplante Inschrift soll nun lauten: "Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump".
Am Donnerstag ist eine Gerichtsanhörung zu Trumps Plänen angesetzt, das Kennedy Center für das Publikum zu schließen und umzubauen. Ursprünglich sollte die Einrichtung bereits Anfang Juli zumachen.
(K.Lee--TAG)